Scheidung/Wiederheirat

Scheidung/Wiederheirat

Beitragvon BOB » 25.02.2015, 11:19

Leider ein wichtiges Thema, das wir hier biblisch behandeln wollen.
Liebe Grüße, BOB
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Re: Scheidung/Wiederheirat

Beitragvon BOB » 12.09.2015, 11:20

Die allermeisten Bibelleser oder Zuhörer sind nicht willens, zu unterscheiden.
Wenn der Herr Jesus etwas zu den Israeliten sagte in den 4 Evangelien, dann redet er zu Menschen unter dem Gesetz Moses,
das sind alle Menschen aus den Nationen nicht,
das sind die Wiedergeborenen Christen nicht,
Sondern das sind, (waren) nur die Israeliten.

Das Gesetz das alle Menschen auf/in dem Herzen haben, kennt die typisch an die Israeliten zur Unterscheidung von den Nationen verordneten Zusatzgesetz nicht:
Sabbat nach israelitischer Art halten,
Kein Schweinefleisch essen,
Rand des Bartes abschneiden
Gewisse (ausländische) Frauen entlassen unter Esra,
Scheidung nach Hurerei.
Das kennen die Nationen alles nicht.

Wenn, was kaum vorkommt, unter wiedergeborenen verheirateten Christen, also innerhalb einer christlichen Ehe
Hurerei vorkommt, dann ist das kein Grund zu Scheidung. Die Ehe an sich ist dadurch nicht! gebrochen,
weil wir, anders wie Israel, einen Ehebund haben (Römer 7), der nicht mit Hurerei beendet ist, sondern mit dem Tode.
Wenn, was kaum vorkommt, (ich kenne gar niemanden persönlich), innerhalb einer Ehe von wiedergeborenen Christen hurt,
Dann wird der Wiedergeborene, der gehurt hat, immer Busse tun, und der wiedergeborene Ehepartner,
der nicht gehurt hat, wird dem, der es getan hat und nachdem er Busse getan hat, immer vergeben.

Und dann gibt es die elend komplizierten Fälle, wo halb / halb geheiratet wurde, oder vor der Wiederverheiratung gar nicht errettet war und alle Derivate davon.
Sie sind kaum in der Öffentlichkeit hier zu besprechen. Gott vergibt sündige Taten wenn aufrichtig Busse, Reue da ist.
Wiederverheiratung ist aber ein Zustand.
Zustände sind nicht vergebbar, zB.: Ehe kann nicht vergeben werden...
darum soll man dann ja nicht nach einer Wiederverheiratung nach einer Scheidung versuchen, das "wieder gut zu machen",
ja nicht!!!
sondern in diesem Zustand verharren und auf das Durchtragen des Herrn hoffen, ER ist immer da für jeden der will.


Herzliche Grüsse
Hans Peter
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Re: Scheidung/Wiederheirat

Beitragvon BOB » 12.09.2015, 11:43

heidnisch heist: "Aus den Nationen), ist zunächst mal jede Ehe.
Ehe heisst, dass ein Mann seine Eltern verlässt und seiner Frau anhängt.
Eine Ehe ist solange gültige, solange die beiden Eheleute leben, ist einer verstorben, ist die Ehe nicht mehr existent. Ehe gilt nur, solange beide Eheleute leben.
Ehe hat keine Ewigkeitsbedeutung, weil es im Himmel keine Geschlechter mehr gibt.
Ehe unter Wiedergeborenen ist darum auch unantastbar, weil die Ehe Zeichencharakter hat → "Christus und die Versammlung."
Ob das Wort "Zeichencharakter" in der Hinsicht beste Wortwahl ist, weiss ich momentan nicht, aber ihr versteht was ich meine, das genügt mir...

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Re: Scheidung/Wiederheirat

Beitragvon rolf.h.43 » 12.09.2015, 17:35

Und wenn ein Ehepartner mit einem anderen zusammenkommt sich scheiden lässt und mit dem neuen Partner in wilder Ehe lebt, dann hat der Verlassene halt Pech gehabt, weil er an den Bund gebunden ist?

Herzliche Grüße

Rolf
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Re: Scheidung/Wiederheirat

Beitragvon mh-ing » 13.09.2015, 10:34

Die zitierte Auslegung/Meinung zur Scheidung ist von bibelkreis.ch. Bereits in den ersten Sätzen wird klar, dass hier etwas vorangestellt wird, um dann darauf zu bauen:
Die allermeisten Bibelleser oder Zuhörer sind nicht willens, zu unterscheiden.
Wenn der Herr Jesus etwas zu den Israeliten sagte in den 4 Evangelien, dann redet er zu Menschen unter dem Gesetz Moses,
das sind alle Menschen aus den Nationen nicht,
das sind die Wiedergeborenen Christen nicht,
Sondern das sind, (waren) nur die Israeliten.


Mit dieser Ansicht - diese ist die Schriftteilungslehre - behauptet man, dass grundsätzlich alles, was in den Evangelien steht eigentlich gar nicht an die Gemeinde Jesu gilt, sondern nur an Israel. Es gab damals keine Gemeinde, daher konnte sich Christus nur an Israel (die Zuhörer als auch seine Jünger waren ja nur Israeliten) richten. Daher ist damit alles, was dort steht, nicht für die Gemeinde bestimmt, informativ, aber eben nicht normativ, keine Lehre.
Bei dem Thema der Ehescheidung macht man es nun so:
- die Aussagen Christi in den Evangelien gelten nur Israel, nicht den Heiden
- den Heiden gelten nur die Aussagen in den Lehrbriefen, daher 1. Kor. 7
- dann wird der Vers 1. Kor. 7,11 überhoben und verabsolutiert

Daraus folgt dann, dass jede Art der Ehe immer gilt und nicht aufgehoben wird, außer durch Tod.

Tatsächlich aber gibt bereits die Stelle aus 1. Kor. 7.10 den Verweis auf die Aussagen Christi. Christus lehrte in den Evangelien über die Scheidung:

Mt 5,31 Es ist auch gesagt: «Wer sich von seiner Frau scheidet, der gebe ihr einen Scheidebrief.»
Mt 5,32 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, ausgenommen wegen Unzucht, der macht, daß sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene zur Ehe nimmt, der bricht die Ehe.


Hier belehrt Christus die Jünger und grenzt den Scheidebrief entscheidend ein. Der Scheidebrief (5.Mose 24,1ff) ist nicht präzise, sondern sagt aus:

5Mo 24,1 Wenn jemand ein Weib nimmt und sie ehelicht, und sie findet nicht Gnade vor seinen Augen, weil er etwas Schändliches an ihr gefunden hat, so soll er ihr einen Scheidebrief schreiben und ihr denselben in die Hand geben und sie aus seinem Hause entlassen.
5Mo 24,2 Wenn sie dann sein Haus verlassen hat und hingegangen und eines andern Weib geworden ist,
5Mo 24,3 und derselbe andere Mann ihr auch gram wird, daß er einen Scheidebrief schreibt und ihr denselben in die Hand gibt und sie aus seinem Hause entläßt; oder wenn der andere Mann stirbt, der sie sich zum Weibe genommen hat -
5Mo 24,4 so kann ihr erster Mann, der sie entlassen hat, sie nicht wieder nehmen, daß sie alsdann sein Weib sei, nachdem sie verunreinigt worden ist; denn das wäre ein Greuel vor dem HERRN; und du sollst das Land nicht mit Sünde beflecken, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe gegeben hat.


Es genügte damals "etwas Schändliches" an der Frau zu finden. Das wurde dann ausgeweitet in der Auslegung, dass bereits ein angebranntes Essen dafür reichte. Diese Unzucht, sich von der Frau scheiden zu lassen, um dann eine jüngere sich zu nehmen, ist bei den Propheten häufig beklagt worden. Christus hat nun hier das eingeschränkt, jedoch einen Punkt hier als Scheidungsgrund zugelassen: Unzucht.

Diese Diskussion um Scheidung ist ein Paradebeispiel für Bibelauslegung und deren Methodik. Man sieht, wie sehr diese Ansätze das Ergebnis beeinflussen und letztlich allein hier schon die Methodik zum Ergebnismacher wird. Mein Ansatz in der Bibelauslegung ist, dass man im Kontext der Bibel bleiben muss, nichts dazu oder weg tun darf. Folglich beginnt dieser Begriff Scheidung im At bei dem Scheidebrief. Durch diesen Scheidebrief war klar, dass die Frau/Mann danach wieder einen anderen heiraten konnte und durfte. Der Scheidebrief hat die Ehe völlig aufgehoben. Dies ging sogar so weit, dass eine Wiederheirat, wenn die Frau zwischenzeitlich einen anderen Mann hatte, verneint wurde.
Israel und Juda haben von Gott im übrigen auch einen Scheidebrief erhalten, wurden aus der Ehe mit Gott entlassen! (Jer. 3)
Bezüglich dieser Praxis in Israel befragten die Jünger Christus und hier beendete Christus diese Unsitte der Scheidung und grenzte das allein auf Unzucht ein. Jedoch wurde nicht ein neuer Typ Scheidebrief geschaffen, sondern es wurde im Kontext der Eheauflösung die Unzucht als Grund für die Ehescheidung zugelassen.
Im Korintherbrief setzt Paulus nun genau an diesen Aussagen des Herrn an und zitiert den Herrn, jedoch eben ohne die Ausnahme nochmals zu wiederholen. Demnach gilt bei Paulus immer noch das, was Christus in den Evangelien lehrte. Paulus hat hier nichts verändert oder aufgehoben. Er ergänzt aber im Kor.-Brief das Problem derjenigen, die infolge ihres Glaubens verstoßen werden:

1Kor 7,12 Den übrigen aber sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat, und diese ist einverstanden, bei ihm zu wohnen, so soll er sie nicht verstoßen;
1Kor 7,13 und wenn eine Frau einen ungläubigen Mann hat, und dieser ist einverstanden, bei ihr zu wohnen, so soll sie den Mann nicht verlassen.
1Kor 7,14 Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau, und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den Bruder; sonst wären eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig.
1Kor 7,15 Will sich aber der ungläubige Teil scheiden, so scheide er! Der Bruder oder die Schwester ist in solchen Fällen nicht gebunden. In Frieden aber hat uns Gott berufen.


Paulus lässt daher in diesem Zusammenhang sogar auch die Scheidung aus Glaubensgründen zu (wenn der nichtgläubige Partner den gläubigen Partner verstößt). Diese Scheidung ist aber nicht eine Trennung, sondern noch immer eine Ehescheidung, da im Kontext des Scheidebriefs, der kompletten Auflösung der Ehe.

Lässt man aber den Kontext der Bibel weg, schneidet das Evangelium und das AT einfach weg, kreiert die Lehre von Paulus als völlig neu und ohne Einbindung in das bisher gelehrte, kommt dann heraus, dass es überhaupt keine Scheidung gibt und man sich bestenfalls trennen kann, in jedem Falle aber nicht wieder heiraten kann.

Man kann das auch in dem zeitlichen Kontext näher betrachten. Wie sollte eine damalige Frau denn zurecht kommen, wenn sie durch Scheidung auf der Straße stand? Sie war mittellos in der damaligen Rechtsordnung und nur durch Ehe versorgt und in Unterstützung (sofern sie keine Familie sonst hatte). Wie sollte damals denn dann diese Frau über die Runden kommen? Daher sind viele durch Scheidung auf die Straße geworfenen Frauen in die Prostutition gezwungen worden.

Ich meine daher, dass Scheidung zulässig ist -auch unter Christen - jedoch nur dann, wenn eben Unzucht vorliegt oder der andere, ungläubige Partner definitiv nicht mit einem Christen verheiratet sein will. Nur in diese 2 Fällen wäre man frei, wieder zu heiraten, wobei man ja dazu nicht gezwungen ist, man kann heute ja auch gut unverheiratet bleiben, da die äußeren Umstände der Versorgung wesentlich besser ja sind.

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PS: Gott hat sich auch geschieden. Er hat Israel den Scheidebrief gegeben (Jer. 3,8)
mh-ing
 

Re: Scheidung/Wiederheirat

Beitragvon rolf.h.43 » 14.09.2015, 09:05

Danke für die guten Antworten zum Thema Ehescheidung. Man könnte noch den Bereich "fortgesetzter Ehebruch" anfügen. Allerdings der letzte Satz macht mich stutzig. Ich lese hier, dass Gott den Abtrünnigen von Israel den Scheidebrief gab, nicht aber ganz Israel.
Vorsicht - Substitutionstheorie!!

Herzliche Grüße

Rolf
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Re: Scheidung/Wiederheirat

Beitragvon mh-ing » 14.09.2015, 09:48

Gott Gab Juda nocht den Scheidebrief und der Überrest aus Israel ging nach Juda. Israel existiert daher weiter.
Jedoch, Gott hat den Scheidebrief wegen Unzucht angewandt. Das wollte ich herausstellen.

Martin
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Re: Scheidung/Wiederheirat

Beitragvon BOB » 14.09.2015, 18:37

""Zitat: Ich meine daher, dass Scheidung zulässig ist -auch unter Christen - jedoch nur dann, wenn eben Unzucht vorliegt oder der andere, ungläubige Partner definitiv nicht mit einem Christen verheiratet sein will. Nur in diese 2 Fällen wäre man frei, wieder zu heiraten, wobei man ja dazu nicht gezwungen ist, man kann heute ja auch gut unverheiratet bleiben, da die äußeren Umstände der Versorgung wesentlich besser ja sind."" Zitat Ende

Sehe ich auch so!
Liebe Grüße, BOB
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Re: Scheidung/Wiederheirat

Beitragvon BOB » 14.09.2015, 18:39

Frage zu Römer 7:

Schl1951: 1. Oder wisset ihr nicht, Brüder (denn ich rede ja mit Gesetzeskundigen), daß das Gesetz nur so lange über den Menschen herrscht, als er lebt?
2. Denn die verheiratete Frau ist durchs Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt; wenn aber der Mann stirbt, so ist sie von dem Gesetz des Mannes befreit.
3. So wird sie nun bei Lebzeiten des Mannes eine Ehebrecherin genannt, wenn sie einem andern Manne zu eigen wird; stirbt aber der Mann, so ist sie vom Gesetze frei, so daß sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie einem andern Manne zu eigen wird.


Wie ist das zu verstehen?
Liebe Grüße, BOB
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Re: Scheidung/Wiederheirat

Beitragvon rolf.h.43 » 16.09.2015, 07:25

Aus meiner Sicht bedeutet das, dass die Ehe an sich unauflöslich ist. Die beiden Ausnahmen wurden schon genannt. Ich würde die Bibelstelle nicht ausschließlich auf die Frau hin auslegen. Die Frau ist auch ein Bild für die Gemeinde, da sind dann Männer ebenso betroffen. Lässt sich ein Mensch also scheiden aus dem Grund mit einem anderen Partner zusammenleben zu wollen, dann ist sie zeitlebens ein(e) Ehebrecher(in). Sie treibt dann sogar Unzucht, oder bei Mehrfachscheidungen Hurerei.

Wenn es hier heißt, dass der Ehepartner durch das Gesetz lebenslang gebunden ist, dann lege ich den Schwerpunkt auf gebunden, den die Ehe ist eine Bundesbeziehung und ein Bund darf nicht gebrochen werden. Lediglich bei den zwei Ausnahmen gibt es einen nicht schuldigen Teil beim Bundesbruch, so dass ihm dann die schuld nicht angerechnet wird.

Herzliche Grüße

Rolf
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Re: Scheidung/Wiederheirat

Beitragvon BOB » 16.09.2015, 10:15

Das leuchtet ein, danke!
Liebe Grüße, BOB
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