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Beitragvon BOB » 10.02.2014, 09:51

Tobias Bolt:

Oberflächlichkeit

Josia, einer der Könige Judas, kehrte von Herzen zum Herrn um und tat sein Bestes, auch das Volk zur Umkehr zu bewegen. Äusserlich gelang es ihm, das Volk mit sich zu ziehen, aber der Schein trügte. Der Prophet Jeremia begann bereits unter der Herrschaft Josias, das Volk zur richtigen Umkehr aufzurufen. Kennen wir nicht ähnliches von uns selbst? Da zeigt uns der Herr etwas auf, das nicht in Ordnung ist, und wir wollen entweder gleich überhaupt nichts davon wissen oder nehmen uns missmutig vor, unser Verhalten zu ändern, was dann aber nur für einige Tage oder Wochen funktioniert. Jüngere Leser werden dies vielleicht nicht recht glauben wollen, aber die weit überwiegende Mehrheit der Christen verhält sich so. Wer es nicht glauben will, besuche einmal verschiedene Zusammenkünfte von Christen und ermahne die Geschwister dort, ein mehr oder weniger offensichtliches Fehlverhalten zu korrigieren. Fordern Sie einmal Geschwister auf, jedes Mal, wenn sie zusammenkommen, das Mahl des Herrn zu feiern, wie es geschrieben steht, oder weisen Sie einmal Geschwister darauf hin, dass es nicht im Sinne des Herrn ist, wenn nur einer jeweils im Gottesdienst ein Wort an die andern richtet. Es gäbe noch unzählige weitere Beispiele, aber in den allermeisten Fällen würde Ihnen keine allzu grosse Bereitschaft, das bisherige Verhalten zu ändern, entgegen gebracht. Viele Christen, auch in ihrem Verhalten sehr edle Geschwister, die ohne zu zögern vieles hingeben würden, tun sich ausserordentlich schwer damit, dem Herrn nicht nur oberflächlich, sondern in jedem einzelnen Punkt – ohne Wenn und Aber – nachzufolgen und treu zu sein. Vielleicht sind Sie selbst auch schon müde in der Nachfolge geworden und haben sich gedacht: «Ist es denn nie genug?!» Wir müssen uns keine Illusionen darüber machen: Das Joch des Herrn ist sanft und Seine Last ist leicht, aber Er fordert alles von uns, und zwar zuallererst unser ganzes Herz und völlige Hingabe. Eine oberflächliche Beachtung einiger Grundregeln wird dem, was der Herr will, nicht gerecht. Das funktioniert nicht – und doch leben die meisten Christen so oberflächlich.

Was denken Sie, hat die Predigt Jeremias gebracht? Er predigte nicht jahrelang, sondern jahrzehntelang immer und immer wieder dasselbe: «Kehrt um zu dem Herrn, bevor es zu spät ist!» An einer Stelle heisst es:


7 Einmal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, es auszureissen und abzubrechen und zu zerstören; 8 kehrt aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit um, so lasse ich mich des Übels gereuen, das ich ihm zu tun gedachte. 9 Und ein anderes Mal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, es zu bauen und zu pflanzen; 10 tut es aber, was böse ist in meinen Augen, so dass es auf meine Stimme nicht hört, so lasse ich mich des Guten gereuen, das ich ihm zu erweisen gesagt hatte. 11 Und nun rede zu den Männern von Juda und zu den Bewohnern von Jerusalem und sage: So spricht der Herr: Siehe, ich bereite ein Unglück gegen euch und ersinne gegen euch einen Plan; kehrt doch um, jeder von seinem bösen Weg, und macht eure Wege und eure Handlungen gut.
Jer 18, 7–11
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Re: Weitere Artikel von Tobias Bolt

Beitragvon BOB » 10.02.2014, 09:52

Hätte die Botschaft klarer sein können? Wer immer sie hörte, musste doch wissen: So, wie es jetzt ist, ist es nicht gut; wir ziehen das Gericht Gottes auf uns. Wenn wir uns aber wenden und zu Ihm zurückkehren, wird Er Seinen Plan ändern und uns Gutes tun. Deutlicher hätte der Herr das Volk nicht aufrufen können, zu Ihm zurückzukehren. Diese Botschaft predigte Jeremia, wie erwähnt, jahrzehntelang. Hat dies etwas gebracht? Nein. Als bereits das feindliche Heer gegen Jerusalem anrückte, liess der König Zedekia zu Jeremia schicken: «2 Befrage doch den Herrn für uns, denn Nebukadrezar, der König von Babel, kämpft gegen uns; vielleicht wird der Herr mit uns handeln nach allen seinen Wundern, dass er von uns abziehe» (Jer 21, 2). Liebe Leser, vielleicht hätten Sie, wenn Sie diesen Vers einfach so gelesen hätten, sich gedacht, dass es richtig war, nach Jeremia schicken zu lassen. Wenn Sie jetzt aber wissen, dass Jeremia davor während Jahrzehnten gepredigt hatte, dass dieser Tag kommen und nicht abgewendet werden würde, wenn nicht das Volk zum Herrn umkehrte, denken Sie, dass es besonders fromm von Zedekia gewesen ist, nach Jeremia schicken zu lassen? Nein, im Gegenteil: Das zeigt doch deutlich, dass die jahrzehntelange, klare Predigt Jeremias nichts bewirkt hatte. An Jeremias Stelle hätte ich zurückfragen lassen: «Jetzt lässt du nach mir rufen? Jahrzehntelang habe ich bereits gepredigt, was geschehen wird. Damals hättest du halt hören sollen. Jetzt musst du mich nicht mehr befragen lassen!» Ach, der Herr ist tausendmal geduldiger als wir:


4 So spricht der Herr, der Gott Israels: Siehe, ich will die Kriegswaffen umwenden, die in eurer Hand sind, mit denen ihr ausserhalb der Mauer gegen den König von Babel und gegen die Chaldäer kämpft, die euch belagern, und sie in diese Stadt hinein versammeln. 5 Und ich selbst werde gegen euch kämpfen mit ausgestreckter Hand und mit starkem Arm und mit Zorn und mit Grimm und mit großer Wut. 6 Und ich werde die Bewohner dieser Stadt schlagen, sowohl Menschen als Vieh; an einer großen Pest sollen sie sterben. 7 Und danach, spricht der Herr, werde ich Zedekia, den König von Juda, und seine Knechte und das Volk, und zwar die, die in dieser Stadt von der Pest, vom Schwert und vom Hunger übrig geblieben sind, in die Hand Nebukadrezars, des Königs von Babel, geben, und in die Hand ihrer Feinde und in die Hand derer, die nach ihrem Leben trachten; und er wird sie schlagen mit der Schärfe des Schwertes, er wird sie nicht verschonen und kein Mitleid haben und sich nicht erbarmen. 8 Und zu diesem Volk sollst du sagen: So spricht der Herr: Siehe, ich lege euch den Weg des Lebens vor und den Weg des Todes. 9 Wer in dieser Stadt bleibt, wird sterben durch Schwert und durch Hunger und durch Pest; wer aber hinausgeht und zu den Chaldäern überläuft, die euch belagern, wird leben, und seine Seele wird ihm zur Beute sein. 10 Denn ich habe mein Angesicht gegen diese Stadt gerichtet zum Bösen und nicht zum Guten, spricht der Herr; sie wird in die Hand des Königs von Babel gegeben werden, und er wird sie mit Feuer verbrennen.
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Beitragvon BOB » 10.02.2014, 09:52

Noch einmal liess der Herr Jeremia dem widerspenstigen, tauben Volk eine ausführliche Antwort mit sämtlichen Optionen und deren Folgen geben. Wer von uns hätte auch nur annähernd diese Geduld aufgebracht? Anderen kreiden wir vielleicht schnell einmal Oberflächlichkeit an, aber sind wir selbst nicht auch oberflächlich? Wer von uns kann sagen, die Geduld zu haben, die der Herr mit denen hat, die falsch wandeln? Und wer von uns kann sagen, daneben auch so gerecht zu sein, wie es der Herr ist? Er hat nämlich, obwohl Er dem Volk bis quasi zur letzten Sekunde die Gelegenheit gegeben hatte, umzukehren, nicht ein Wort zu Boden fallen gelassen. Alles, was Er angedroht hatte, ist eingetroffen, das Gericht war unerbittlich und grausam – und gerecht. Schnell einmal weichen wir zur einen oder anderen Seite ab: Uns reisst die Geduld oder wir werden auf eine falsche Weise grosszügig und vermitteln den Eindruck, so schlimm sei ein bestimmtes Fehlverhalten gar nicht. Dem Herrn nur schon in diesen beiden Punkten ähnlich zu werden, ist eine Lebensaufgabe. Der Herr fordert von uns, so zu werden, also Seine Geduld und Seine Gerechtigkeit zu widerspiegeln. Wer dem Herrn halbherzig oder oberflächlich nachwandelt, der kann gleich jetzt schon davon absehen, dieses Ziel je zu erreichen. Wir können nur so werden, wenn wir dem Herrn alles von uns hingeben und wie weichster Ton in Seinen Händen sind, den Er nach Belieben formen kann. Denken Sie bloss nicht, das wäre ein Klacks! Wissen Sie, was Jeremia einmal zum Herrn gesagt hat? «9 Und spreche ich: ‹Ich will ihn nicht mehr erwähnen und nicht in seinem Namen reden›, so ist es in meinem Herzen wie brennendes Feuer, eingeschlossen in meinen Gebeinen; und ich werde müde, es auszuhalten, und vermag es nicht» (Jer 20, 9). Jeremia hätte am liebsten geschwiegen, aber es lag ein Zwang auf ihm, zu reden. Er musste reden, ohne Zwang hätte er geschwiegen. Die Geduld, die wir vielleicht an ihm bewundern, musste ihm vom Herrn aufgezwungen werden. Denken wir also bloss nicht, das sei ein Klacks! Jeremia hat auch folgendes nicht einfach so dahin gesagt:


14 Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren wurde; der Tag, da meine Mutter mich gebar, sei nicht gesegnet! 15 Verflucht sei der Mann, der meinem Vater die frohe Botschaft brachte und sprach: ‹Ein männliches Kind ist dir geboren›, und der ihn hoch erfreute! 16 Und jener Mann werde den Städten gleich, die der Herr umgekehrt hat, ohne es sich gereuen zu lassen; und er höre ein Geschrei am Morgen und Kriegsgeschrei zur Mittagszeit: 17 Weil er mich nicht tötete im Mutterleib, so dass meine Mutter mir zu meinem Grab geworden und ihr Leib ewig schwanger geblieben wäre! 18 Warum bin ich doch aus dem Mutterleib hervorgekommen, um Mühsal und Kummer zu sehen und dass meine Tage in Schande vergingen?
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Beitragvon BOB » 10.02.2014, 09:53

Viele von uns können sich wohl keine rechte Vorstellung davon machen, wie verzweifelt ein Diener Gottes sein muss, bis er so spricht. Die Last muss Jeremia sehr, sehr schwer erschienen sein – und er musste sie dann jahrzehntelang tragen. Kein Mensch ist hierzu in der Lage, keiner. Nur solche, die beständig die Nähe Gottes suchen und sich von Ihm durchtragen lassen, können ihren Lauf so vollenden, wie Jeremia ihn vollendet hat, nämlich die Geduld und die Gerechtigkeit Gottes ein Leben lang treu wiederspiegelnd. Das Volk Gottes verhält sich heute ganz gewiss nicht anders als zur Zeit Jeremias. Ich habe es oben schon erwähnt. Suchen Sie nach einem Bruder oder einer Schwester im Herrn, der oder die darauf sinnt, allen Forderungen Gottes, die an ihn oder sie herangetragen werden, umgehend und vollständig nachzukommen. Ich glaube nicht, dass Sie jemanden finden. Viele Christen geben viel und sind wahrhaft edel in ihrer Haltung. Aber es ist etwas ganz anderes, sämtlichen Forderungen Gottes gerecht zu werden. Wer sich nicht völlig auf- und dem Herrn hingibt, ist zum Scheitern verurteilt. Oberflächlichkeit in irgendeiner Form ist einem treuen Wandel ganz und gar hinderlich. Wer dem Herrn etwas vorenthält oder nicht alles geben will, kann nie und nimmer ein Jeremia werden – nicht einmal ansatzweise. Wer dagegen ein treuer und fleissiger Diener des Herrn sein will, muss sich darauf einstellen, sogar im Volk Gottes, und zwar bei den meisten Geschwistern im Herrn, auf Widerstand zu stossen. Damit aber nicht genug, denn diesem Widerstand muss er in der Geduld, in der Liebe und in der Gerechtigkeit Gottes begegnen. Die Last des Herrn ist zwar leicht, aber als störrische Lasttiere tun sich alle von uns sehr schwer damit, sie auch wirklich zu tragen. Ich hoffe und bete, dass ich und Sie, liebe Leser, zu denen gehören, die die Last an ihren Bestimmungsort tragen, ohne etwas davon abzuwerfen.
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Beitragvon Sara » 05.03.2014, 03:18

Danke, @BOB, für diese Gedanken.

Und ich meine, gerade in der heutigen Zeit, in der sich Gottes Wort geradezu "in Windeseile" erfüllt, sind wir aufgerufen und berufen, IHM treu ganz neu zu folgen und die vom HERRN anbefohlene christliche Nächstenliebe zu leben.

Dazu brauchen wir die vollkommene Nähe und Enge zu unserem HERRN und Gott in Christus und neue Ausrichtung durch den Heiligen Geist.

Eph 5,16 und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.

Kol 4,5 Wandelt in Weisheit denen gegenüber, die außerhalb [der Gemeinde] sind, und kauft die Zeit aus!


Das muss uns im Zusammenhang der Aussagen des Galaterbriefes 5,22ff ganz neu nötig und wichtig werden, zusammen mit diesem hier:

Mt. 22:
35 und einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, stellte ihm eine Frage, um ihn zu versuchen, und sprach:
36 Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz?
37 Und Jesus sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken«.
38 Das ist das erste und größte Gebot.
39 Und das zweite ist ihm vergleichbar: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
40 An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.


Wenn wir das demütig zu Herzen nehmen, schenkt uns unser Himmlischer Vater in Jesus Christus alles Nötige, was wir brauchen, um Seinen Geboten zu folgen und IHM treu ergeben zu sein.

Phil 4,7 Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus!


O:)
Phil. 1,6: ..der in euch angefangen hat das gute Werk, wird es auch vollenden bis an den Tag Christi.
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Märtyrer – Abel

Beitragvon BOB » 06.08.2014, 07:56

Märtyrer – Abel:Als Christen sollen wir massvoll oder gemässigt leben. Das heisst unser Lebenswandel soll in verschiedener Hinsicht einem bestimmten Mass entsprechen. Zorn oder Jähzorn, Gier, Neid, Lust, kurz: alles, was mit (allzu) menschlichen Ausprägungen zusammenhängt, soll ein gewisses Mass nicht überschreiten. An verschiedenen Stellen in der Heiligen Schrift finden wir den Ausspruch: «Mit welchem Mass ihr messt, wird euch zugemessen werden». Wer die entsprechenden Stellen aufmerksam liest, stellt fest, dass dieser wichtige Grundsatz verschiedene Ausprägungen hat.

Die erste Ausprägung ist die, welche wohl den meisten von uns bekannt ist: «2 Denn mit welchem Urteil ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Mass ihr messt, wird euch zugemessen werden» (Mt 7, 2). Wie schnell sind wir doch darin, andere zu richten und zu verurteilen! Sehen wir einen anderen Christen sündigen, weisen wir ihn nur zu oft nicht in Liebe und im Wissen um unsere eigene Fehlbarkeit auf seinen Mangel hin, sondern richten und verurteilen ihn zumindest in Gedanken. Von einem Bruder, der zum siebten Mal denselben Fehler begeht, denken wir, er werde es ganz gewiss nie lernen. Dabei denken wir nicht daran, dass der Herr auch die langsamsten und störrischsten Christen in jedem Punkt zurecht bringen kann, und vergessen, dass es in unserem eigenen Leben ebenfalls Punkte gibt, die immer und immer wieder behandelt werden müssen, bis wir sie endlich begreifen. Wir sehen Splitter im Auge unserer Geschwister, bemerken aber den Balken in unserem eigenen Auge nicht. Wissen wir, was der Herr zu solchen sagt, die so denken? «5 Du Heuchler!» (Mt 7, 5). Der Herr Jesus hat sich völlig anders verhalten: «20 Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen» (Mt 12, 20; vgl. auch Jes 42, 3). Solange ein Mensch lebt, besteht Hoffnung für ihn. Der Herr kann jeden wunden Punkt behandeln. Daher hat Er – und sollen wir – die Dinge zwar umfassend beurteilt, aber die Menschen weder verurteilt noch gerichtet, sondern ihnen geholfen, heil zu werden. Jeden noch so kleinen Funken hat Er in den Menschen gesehen und anzufachen versucht, während wir nur zu schnell den glimmenden Docht ganz auslöschen und das geknickte Rohr ganz zerbrechen würden. Denken wir auch an David: Saul war als König bereits verworfen, hatte Sünde auf Sünde angehäuft und setzte alles daran, David zu töten, doch David vergriff sich nicht an ihm, weil er der Gesalbte des Herrn war. Mindestens zweimal hätte David Saul ohne weiteres töten können. Doch er tat es nicht, denn er war barmherzig und wartete das Eingreifen des Herrn ab (vgl. 1. Sam 24, 8 und 1. Sam 26, 9). Deshalb erwies der Herr auch ihm Barmherzigkeit. Später nahm er sich nämlich eine verheiratete Frau (Bathseba, die Frau Urijas) und vertuschte diese todeswürdige Sünde mit dem Mord an Urija. David hätte also doppelt den Tod verdient. Doch der Herr war ihm gnädig, wie er Saul gnädig gewesen war. Weil David das Schlechte (das Verurteilen und Richten) auf ein Mindestmass begrenzt hatte, empfing er später auch nur ein Mindestmass an Schlechtem. Genauso sollen wir uns verhalten. Wir sollen die schlechten Gedanken und Gefühle anderen Menschen gegenüber, die hie und da aufkommen können, auf ein absolut minimales Mass begrenzen. Dann wird auch der Herr uns mit einem solchen minimalen Mass an Vorwürfen zumessen. Denken wir immer daran: Wir können allen Menschen um uns herum den ganzen Tag (berechtigte oder unberechtigte) Vorwürfe machen und werden das Mass von dem, was der Herr uns vorwerfen könnte, nicht ausschöpfen! Daher: «2 Denn mit welchem Urteil ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Mass ihr messt, wird euch zugemessen werden» (Mt 7, 2).

Auch in Bezug auf das Gute sollen wir allerdings massvoll sein: «38 Gebt, und euch wird gegeben werden: Ein gutes, gedrücktes, gerütteltes und überlaufendes Mass wird man in euren Schoss geben; denn mit demselben Mass, mit dem ihr messt, wird euch wieder zugemessen werden» (Lk 6, 38). Dieses Prinzip ist bereits in den Sprüchen vorgestellt worden: «24 Da ist einer, der ausstreut, und er bekommt noch mehr; und einer, der mehr spart, als recht ist, und es ist nur zum Mangel» (Spr 11, 24). Tag für Tag segnet der Herr uns mit Gutem. Er gibt uns im Überfluss – Irdisches und Geistliches. Wie unpassend ist es da, geizig und habsüchtig zu sein! Wenn ich beispielsweise an den Johannisbeerstrauch in unserem Garten denke: Da wachsen Jahr für Jahr unzählige köstliche Beeren. Es sind jeweils so viele, dass wir davon einige Kilogramm Gelee herstellen können. Würde ich eine Nachlese halten, könnte ich vielleicht noch ein Kilogramm mehr pro Jahr ernten. Der Gedanke daran gefällt mir aber nicht. Würde ich dies tun, käme ich mir vor wie jemand, der von Seiten des Herrn zu kurz gekommen ist und nun alles Wenige zusammenkratzen muss. So ist es aber nicht! Ich kann mit Freude den Vögeln und Tieren einiges am Strauch lassen und vom fertig hergestellten Gelee noch etwas verschenken; trotzdem haben wir mehr als genug. Leider liegt es auch in der Natur des Menschen, allen Besitz zusammen zu halten, habsüchtig und gierig zu sein und das Geld zu lieben. Wenn wir von all dem Guten, das der Herr uns gibt, mehr als recht ist, zurückhalten, wird Er uns gegenüber auch zurückhalten. Wozu sollte Er uns segnen, wenn wir den Segen nicht gewinnbringend einsetzen, sondern in einer bösen Haltung zurückhalten? Wie viel lieber wird Er doch den segnen, der den Segen weiterfliessen lässt, aus dessen Leib Ströme lebendigen Wassers fliessen! So sehr wir das Schlechte also auf ein Mindestmass beschränken sollen, so sehr sollen wir das Gute maximal fliessen lassen. Denken wir auch diesbezüglich wieder an den Herrn Jesus: Er hatte immer Zeit für die, die Ihn suchten, auch wenn es unpassend war und obwohl Er wusste, wie Ihm das Gute, das Er tat, gedankt werden würde. Allen, denen Er begegnete, war Er zum Segen, für alle war Er reich. Verhalten wir uns ähnlich? Interessant ist, dass es diesbezüglich nicht wie bezüglich des Verurteilens und Richtens einfach heisst: «Mit welchem Mass ihr messt, wird euch zugemessen werden», sondern vielmehr gesagt wird, dass uns ein bis oben voll gestopftes und überlaufendes Mass gegeben werden wird! Salopp ausgedrückt, vergilt uns der Herr das Schlechte gewissermassen eins zu eins, während Er das Gute zwei zu eins vergilt. Wie sehr zu loben ist Er doch!
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Re: Weitere Artikel von Tobias Bolt

Beitragvon BOB » 06.08.2014, 07:57

Ein dritter Aspekt ist noch von Bedeutung, nämlich das Mass, mit dem wir hören: «24 Und er sprach zu ihnen: Gebt Acht, was ihr hört; mit dem Mass, mit dem ihr messt, wird euch zugemessen werden, und es wird euch hinzugefügt werden» (Mk 4, 24). Diesen Ausspruch finden wir im Zusammenhang mit dem Gleichnis von der Lampe (die wir nicht unter den Scheffel oder unter das Bett, sondern auf den Lampenständer stellen sollen). Mitten in Seinen Ausführungen hat der Herr gesagt: «23 Wenn jemand Ohren hat, zu hören, der höre!» (Mk 4, 23). Dies hat Er sonst jeweils am Ende Seiner Ausführungen gesagt; hier hat Er es mitten in den Ausführungen gesagt, gefolgt vom oben zitierten Vers, wonach wir Acht geben sollen, was wir hören. Das hier erwähnte Mass muss also im Zusammenhang mit dem Hören (oder dem daraus folgenden Leuchten als Himmelslichter in einem verkehrten und verdrehten Geschlecht; vgl. Phil 2, 15) stehen. Demzufolge gilt also, dass dem, der viel und gerne hört, auch viel gegeben wird. Dem aber, der nicht hört, wird sogar das früher Gegebene wieder genommen. Diesen Grundsatz haben wir vielleicht schon im Leben beobachtet: Wer ein Interesse für das Wort Gottes hat, nimmt in der Erkenntnis meist relativ rasch zu. Wer kein Interesse hat, versteht teilweise selbst einfache Zusammenhänge nicht. Wer einen bösen Weg eingeschlagen hat, kann früher gewonnene Erkenntis verlieren und in Bezug auf Dinge, die er früher klar im Lichte des Wortes Gottes beurteilt hat, nun falsch urteilen. Natürlich können wir die Erkenntnis nicht herbeizwingen. «2 Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verbergen, aber der Könige Ehre, eine Sache zu erforschen» (Spr 25, 2). Der Herr Jesus selbst hat Verschiedenes so erzählt, dass selbst die gebildetsten und klügsten Zuhörer es nicht verstanden haben (während die «einfach gestrickten Gemüter» verstanden haben, was Er gesagt hat). Wie man sein Leben nicht verlängern oder einen Grashalm mit Ziehen schneller aus der Erde wachsen lassen kann, kann man die Erkenntnis Gottes nicht herbeizwingen. Man kann stundenlang in der Bibel lesen und doch nichts verstehen. Umgekehrt kann man aber bloss wenige Verse mit aufrichtigem Herzen lesen und alles verstehen. Entscheidend ist unsere Herzenshaltung: Mit welchem Mass wollen wir hören? Wie bereitwillig wollen wir hören? «2 Vergeblich ist es für euch, dass ihr früh aufsteht, spät aufbleibt, das Brot der Mühsal esst; so gibt er seinem Geliebten im Schlaf» (Ps 127, 2). Die aufrichtigen Zuhörer werden wie im Schlaf in der Erkenntnis wachsen. Die sich Abmühenden mühen sich dagegen vergeblich ab. Selbstverständlich spielt es aber auch eine Rolle, ob wir unseren Geist den ganzen Tag hindurch mit Nichtigem (Schlagzeilen, Irdisches etc.) oder mit Wertvollem «füttern». Wer nur eine Minute pro Tag Zeit findet, um in der Bibel zu lesen, während er stundenlang beispielsweise in irgendwelchen Internetforen blättern kann, dem wird von Seiten des Herrn nicht allzu viel gegeben werden. Wer aber aufrichtig in der Erkenntnis zunehmen will, wird sich mit der Zeit von selbst mit Wertvollem beschäftigen und das Nichtige mehr und mehr liegen lassen. Entscheidend ist, ob wir das wollen. «5 Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen willig gibt und nichts vorwirft, und sie wird ihm gegeben werden» (Jak 1, 5).

Liebe Geschwister, lasst uns also das Schlechte (insbesondere das Verurteilen und Richten) auf ein minimales Mass beschränken und das Gute (insbesondere Gaben, gute Worte etc.) sowie unsere Bereitschaft zu hören auf ein maximales Mass ausdehnen!
http://www.tobiasbolt.ch/artikel/richtiges-mass/
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Beitragvon BOB » 28.11.2014, 17:15

Gesetz und Gnade

Das Verhältnis zwischen dem Gesetz gemäss dem Alten Testament und dem Zeitalter der Gnade, das mit dem Kommen des Herrn Jesus Christus begonnen hat, ist schwierig zu verstehen. Das Gesetz ist zu einem Ende gekommen (vgl. Lk 16, 16), aber doch stellt Gott hohe Anforderungen an den moralischen Zustand der Menschen (vgl. die Bergpredigt in Mt 5–7). Mehrfach steht in der Bibel geschrieben, dass nicht ein Strichlein vom Gesetz vergehen wird (z. B. Lk 16, 17). Was gilt denn nun? In welchem Verhältnis stehen die Gnade und das Gesetz? Wie haben sich Christen gegenüber dem Gesetz zu verhalten? Werden die Nichtchristen anhand des Gesetzes gerichtet? Eine Begebenheit aus dem Leben des Herrn Jesus beantwortet diese Fragen auf anschauliche Weise:


1 Jesus aber ging an den Ölberg. 2 Frühmorgens aber kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie. 3 Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber bringen eine Frau [zu ihm], im Ehebruch ergriffen, und stellen sie in die Mitte 4 und sagen zu ihm: Lehrer, diese Frau ist im Ehebruch, bei der Tat selbst, ergriffen worden. 5 In dem Gesetz aber hat uns Mose geboten, solche zu steinigen; du nun, was sagst du? 6 Dies aber sagten sie, um ihn zu versuchen, damit sie etwas hätten, um ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie aber fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe zuerst einen Stein auf sie. 8 Und wieder bückte er sich nieder und schrieb auf die Erde. 9 Als sie aber dies hörten, gingen sie einer nach dem anderen hinaus, anfangend von den Ältesten [bis zu den Letzten]; und [Jesus] wurde allein gelassen mit der Frau in der Mitte. 10 Als Jesus sich aber aufgerichtet hatte [und ausser der Frau niemand sah], sprach er zu ihr: Frau, wo sind sie, [deine Verkläger]? Hat niemand dich verurteilt? 11 Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach [zu ihr]: Auch ich verurteile dich nicht; geh hin und sündige nicht mehr!
Joh 8, 1–11

Gott, der Herr, hasst Scheidung und Ehebruch. Im Gesetz für Israel, das «heilig und gerecht und gut» (Röm 7, 12) ist, hatte Er geboten, dass jeder, der die Ehe bricht, des Todes ist und gesteinigt werden muss. Die Pharisäer konfrontierten den Herrn Jesus nun mit dieser Rechtsforderung, um Ihn herauszufordern. Wahrscheinlich nahmen sie an, dass der Wohltäter aller (selbst der Hurer und Zöllner) die Frau verschonen würde. Damit hätte Er aber das Gesetz gebrochen, das voll und ganz auf der Seite der Pharisäer war. Immerhin hatten sie die Frau auf frischer Tat ertappt. Die gesetzliche Strafe war bekannt.

Der Herr Jesus hat das Gesetz mit keinem Wort aufgehoben oder ausgesetzt. Damit hätte Er sich auch in Widerspruch zum Vater gestellt, was undenkbar ist. Er hat die Tat der Frau auch mit keinem Wort beschönigt, sondern vielmehr gesagt, sie solle hinfort nicht mehr sündigen, was nichts anderes bedeutet, als dass Er ihre Tat als Sünde qualifiziert hat. Dies ist der erste Punkt, der jedem Christen voll und ganz bekannt sein sollte: Gott hat Seine Ansichten nie geändert und wird sie nie ändern. Seine Moralforderungen bleiben immer dieselben. Das Gesetz fordert bloss einen niedrigeren Standard, wie die Bergpredigt zeigt. Immer hat der Herr absolute Reinheit in Taten, Worten und Gedanken gefordert und immer wird Er dies fordern. Heute, im Zeitalter der Gnade, ist Ehebruch ebenso wenig legitim wie im Zeitalter des Gesetzes oder davor oder danach. Von Christen im Besonderen wird erwartet: «Sündige nicht mehr!» (Joh 8, 11). Einst waren wir schuldbeladen und sündbeschmutzt. Dann hat uns der Herr in Seinem Blut reingewaschen. Jetzt ist es nicht egal, wie wir leben, sondern wir sollen uns hinfort nicht mehr beschmutzen. Die Rechtsforderungen Gottes bleiben für alle Ewigkeiten bestehen, ohne Wenn und Aber. Sein moralischer Standard ändert sich nicht, sondern bleibt für immer derselbe. Jeder Christ sei hiermit gewarnt: «19 Wer irgend nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und die Menschen so lehrt, wird der Geringste heissen im Reich der Himmel; wer irgend aber sie tut und lehrt, dieser wird gross heissen im Reich der Himmel» (Mt 5, 19). Das Gesetz ist nie aufgehoben worden und wird nie aufgehoben werden. Sehr eindrücklich zeigt dies der Abschnitt, wo die Rede davon ist, dass das Gesetz mit dem Auftreten Johannes’ des Täufers ein Ende gefunden hat:
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Re: Weitere Artikel von Tobias Bolt

Beitragvon BOB » 28.11.2014, 17:15

16 Das Gesetz und die Propheten waren bis auf Johannes; von da an wird das Evangelium des Reiches Gottes verkündigt, und jeder dringt mit Gewalt hinein. 17 Es ist aber leichter, dass der Himmel und die Erde vergehen, als dass ein Strichlein des Gesetzes wegfalle. 18 Jeder, der seine Frau entlässt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch; und wer eine von ihrem Mann Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.
Lk 16, 16–18

Die Erde und der Himmel können nicht vergehen. Dies scheint uns unmöglich. Und doch ist dies wahrscheinlicher als dass auch nur ein Strichlein vom Gesetz wegfällt. Dies hat der Herr Jesus sofort nach Seiner Erklärung, dass das Gesetz ein Ende gefunden habe, bestätigt. Unmittelbar darauf hat Er gezeigt, dass der eigentliche Standard Gottes noch höher ist: Ein Geschiedener, der sich wieder verheiratet, begeht Ehebruch; wer eine Geschiedene heiratet, begeht ebenso Ehebruch. Ein unter dem Gesetz legitimes Verhalten ist hier vom Herrn Jesus also ganz klar als Sünde qualifiziert worden. Wehe den Christen, die meinen, mit dem Ende des Gesetzes seien die Rechtsforderungen Gottes weggefallen!

Im Fall der Ehebrecherin hat der Herr Jesus allerdings – nichts Neues, aber – etwas bis dahin wenig Bekanntes eingeführt: Er hat von den Vollstreckern des Urteils einen bestimmten moralischen Stand verlangt. Nur wer ohne Sünde gewesen wäre, hätte den ersten Stein werfen dürfen bzw. sollen. Die Reaktion der Pharisäer besagt nun alles: Kein Mensch ist gerecht, niemand ist ohne Sünde (vgl. Röm 3), niemand ist je in den Genuss der Verheissung gekommen: «Der Mensch, der diese Dinge tut, wird durch sie leben» (Röm 10, 5). Das Gesetz hat seinen Zweck gar nie erfüllen können, weil es nie jemanden gegeben hat, der es hätte halten können – obwohl es sich dabei bloss um einen herabgesetzten Standard der Moral Gottes gehandelt hat. Niemals hat ein Mensch durch das Halten des Gesetzes leben können. Alle, die unter dem Gesetz gewesen waren, sind tot, die Frommen ebenso wie die Gottlosen. Damit hat der Herr mithilfe des Gesetzes bewiesen, dass der Mensch unfähig ist, gemäss diesem Gesetz zu leben.

Wie könnte nun Gott Sein heiliges, gerechtes und gutes Gebot in den Händen der unfähigen Menschen belassen? Deren Unfähigkeit und Grausamkeit würde doch auch ein schlechtes Licht auf Ihn selbst werfen! Wenn ein Richter einen Straftäter gerechterweise verurteilt, die Strafe aber von einem besonders ruchlosen Sadisten vollstrecken lassen würde, stünde doch auch er selbst schlecht da. Das zeigt gerade das Beispiel der Pharisäer: Ihnen ging es ja nicht einmal darum, die Reinheit des Volkes Gottes zu verteidigen! Nein, das Volk war ihnen völlig gleichgültig, hatten sie doch gerade noch kurz davor gesagt: «49 Diese Volksmenge aber, die das Gesetz nicht kennt, sie ist verflucht!» (Joh 7, 49). Sie benutzten die Frau doch nur, um den Herrn zu versuchen! Wo war denn übrigens der Mann, mit dem sie die Ehe gebrochen hatte? Weshalb hatten sie diesen nicht vor den Herrn gebracht? Handelte es sich gar um einen Pharisäer, den sie zu decken versuchten? So ist es immer, wenn sündige Menschen andere sündige Menschen verurteilen: Das Ergebnis ist immer katastrophal. Die Geschichte der Christenheit ist ein weiteres trauriges Beispiel hierfür – mit viel zu vielen schlimmen Facetten.

Die Menschen giert danach, Macht über andere Menschen ausüben zu können. Sie wollen nichts weiter, als sich über andere zu erheben und andere in den Dreck zu drücken. Besonders beliebt ist es, religiöse, frömmlerische oder heuchlerische Macht auszuüben. Hatten sich die Pharisäer, welche die Ehebrecherin ertappt hatten, nicht im Licht der Gerechtigkeit gesonnt? Sie, die ach so frommen Gesetzesgelehrten, hatten eine Schuldige ihres Verbrechens überführt und wären nun gerne jene gewesen, die dem Gesetz – ja, der Gerechtigkeit – zum Durchbruch verholfen hätten. Wie eklig muss es für den Herrn sein, wenn solche Sein Gesetz als Vorwand für ihre Heuchelei missbrauchen! Mit dem Willen Gottes hatte dies ebenso wenig zu tun wie die Taufe zur Busse der Vielen durch Johannes den Täufer. Diese Menschen hatten nicht wirklich Busse getan, sondern sind bloss «für eine Zeit in seinem Licht fröhlich» (Joh 5, 35) gewesen (im Lichte Johannes’). Der Aufruf Johannes’ zur Busse war für die Vielen bloss eine Gelegenheit gewesen, sich auf einfache, «billige» Weise als fromm und religiös auszugeben. Später riefen genau diese Menschen: «Hosianna!» und zwei Tage später: «Kreuzige, kreuzige ihn!» Wir alle sonnen uns nur zu gerne in Gerechtigkeit, Heiligkeit, Barmherzigkeit oder Güte, doch wir sonnen uns nur gerne etwas darin. Unser Leben wollen wir nicht wirklich entsprechend ausrichten, weil dies unserem Stolz zuwider liefe. Liebe Geschwister, es nützt herzlich wenig, wenn wir wenige Stunden pro Woche fromm und religiös sind, wenn wir einer «guten» Versammlung angehören oder dergleichen, denn: «27 Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott und dem Vater ist dieser: Waisen und Witwen in ihrer Drangsal zu besuchen, sich selbst von der Welt unbefleckt zu erhalten» (Jak 1, 27). Wir müssen allezeit rein und unbefleckt sein, nicht bloss wenige Stunden pro Woche!

Das Zeitalter der Gnade unterscheidet sich also einerseits dadurch vom Zeitalter des Gesetzes, dass Gott das Gericht den Händen der unfähigen Menschen entrissen hat. Er will nicht länger, dass wir Sein Gesetz vollstrecken. Weil keiner von uns ohne Sünde ist, soll keiner von uns den ersten Stein werfen. Es spricht für die Pharisäer, dass es die Älteren unter ihnen waren, die zuerst gegangen sind. Diese hatten erkannt, wie wenig sie dem Massstab Gottes genügen konnten. Sie waren also nicht nur älter, sondern tatsächlich auch weiser. Diesbezüglich können wir von ihnen lernen. Für uns Christen gilt nun dasselbe: «4 Wer bist du, der du den Hausknecht eines anderen richtest? Er steht oder fällt seinem eigenen Herrn. Er wird aber aufrecht gehalten werden, denn der Herr vermag ihn aufrecht zu halten» (Röm 14, 4). Natürlich haben wir weiterhin die heilige Verantwortung, die Reinheit der Kirche Gottes zu bewahren, was bedeuten kann, dass im schlimmsten Fall Geschwister aus der Kirche ausgeschlossen werden müssen. Wir können und dürfen aber bildlich gesprochen keine Todesurteile mehr sprechen. Kein Christ sollte je über einen anderen Christen sagen: «Für den gibt es sowieso keine Hoffnung mehr!» oder dergleichen. Der Herr vermag jeden Christen aufrecht zu halten oder wieder aufzurichten, wenn er gestolpert ist.
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Re: Weitere Artikel von Tobias Bolt

Beitragvon BOB » 28.11.2014, 17:16

Andererseits unterscheidet sich das Zeitalter der Gnade aber auch dadurch vom Zeitalter des Gesetzes, dass zwischen einem Urteilsspruch und der Vollstreckung der Strafe Jahrzehnte liegen können. Der Herr hat den Ehebruch nicht als belanglos qualifiziert. Im letzten Gericht wird Er bei der Beurteilung dieser Frau diese Tat berücksichtigen. Jeder Mensch wird sich für jede Tat, für jedes Wort und für jeden Gedanken vor Gott rechtfertigen müssen. Der Herr wird alles gerecht beurteilen und dann die Strafe vollstrecken. Einige werden nicht in diesem, aber in einem anderen Gericht erscheinen müssen, weil sie an den Herrn Jesus Christus glauben und Dieser daher für sie im Gericht gewesen ist und die Strafe getragen hat. Im Zeitalter des Gesetzes hat ein Ehebrecher umgehend getötet werden müssen. Im Zeitalter der Gnade wird ein Ehebrecher in der Regel nicht auf der Stelle getötet, aber er wird sich später dafür verantworten müssen. Das Gericht ist bloss zeitlich versetzt, aber nicht ausgesetzt worden. In der Zeit, die der Herr ihm schenkt, kann er Busse tun, um dem späteren Gericht zu entgehen. Tut er nicht Busse, wird er dafür gerichtet werden. Wir dürfen also nicht meinen, die Gottlosen würden ungestraft sündigen und dann noch aufblühen. Sie werden sich verantworten müssen. Der Psalmist, der fast verzweifelt ist, weil er gesehen hat, wie die Gottlosen ungestraft sündigten und die Gerechten unterdrückten, hat dies erkannt: Das Ende ist entscheidend (Ps 73). Wenn Nichtchristen oder Christen vermeintlich straflos sündigen, dürfen wir gewiss sein, dass sie dereinst die Rechnung erhalten werden. Der Herr hat im Zeitalter der Gnade keinen generellen Straferlass angeordnet, sondern bloss (aber immerhin) Zeit geschenkt, Zeit zur Busse. Der Aufruf an die Nichtchristen lautet: «19 So tut nun Busse und bekehrt euch, damit eure Sünden ausgetilgt werden» (Apg 3, 19); «30 nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Busse tun sollen» (Apg 17, 30).

Die Begebenheit mit der Ehebrecherin veranschaulicht also, dass das Gesetz Gottes ewige Gültigkeit hat, dass Er selbst das Gericht vollstreckt (nachdem sich die Menschen hierfür als unfähig erwiesen haben) und dass Er das Gericht vollstrecken wird, allerdings zeitlich versetzt.
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Re: Weitere Artikel von Tobias Bolt

Beitragvon rolf.h.43 » 29.11.2014, 19:11

Kannst -du nicht mal selbst die Bibel studieren anstatt immer diese dispensationalistischen Zeitalter zu kopieren? Nicht alles ist wahr was Du für logisch hältst.

Herzliche Grüße

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Re: Weitere Artikel von Tobias Bolt

Beitragvon Robin Hood » 29.11.2014, 19:47

rolf.h.43 hat geschrieben:Kannst -du nicht mal selbst die Bibel studieren anstatt immer diese dispensationalistischen Zeitalter zu kopieren? Nicht alles ist wahr was Du für logisch hältst.

Herzliche Grüße

Rolf


Lieber Rolf,

würdest Du evtl. akzeptieren, dass dieses Forum zur Diskussion anregt?
Auch nicht alles, was Du behauptest entspricht unbedingt der Wahrheit!
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Re: Weitere Artikel von Tobias Bolt

Beitragvon BOB » 29.11.2014, 20:35

rolf.h.43 hat geschrieben:Kannst -du nicht mal selbst die Bibel studieren anstatt immer diese dispensationalistischen Zeitalter zu kopieren? Nicht alles ist wahr was Du für logisch hältst.

Herzliche Grüße

Rolf

Ist halt doch wahr! O:)
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Re: Weitere Artikel von Tobias Bolt

Beitragvon BOB » 18.01.2016, 09:41

Märtyrer – Abel

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Was mag Adam gefühlt haben, als er seinen Zweitgeborenen, Abel, in den Händen gehalten hat? Tot, erschlagen vom eigenen Bruder, dem Stammhalter Adams! Wie tief war sein Geschlecht gefallen! Eben noch hatte er in ungetrübter Gemeinschaft mit Gott im Garten Eden gelebt, unschuldig, sorgenfrei, behütet und bewahrt von Gott selbst. Da hat er nun gestanden, vertrieben aus dem Garten Eden, im Schweisse seines Angesichts für sein Brot arbeitend, seinen toten Sohn in den Händen haltend. Ob Adam erkannt hat, dass er selbst eine grosse Mitschuld an der Tragödie getragen hat? Schliesslich war er es gewesen, durch den die Unschuld verloren gegangen und die Sünde – und mit ihr der Tod – in die Welt gekommen war (vgl. Röm 5, 12). Er und seine Frau Eva hatten im Überfluss gelebt, hatten ein erfülltes Leben geführt, denn sie waren zur Gemeinschaft mit Gott bestimmt gewesen und hatten diese Gemeinschaft ungetrübt geniessen können; Gott selbst hatte sie jeweils in der Kühle des Abends besucht (vgl. 1. Mose 3, 8). Sie waren genau an dem Platz gewesen, der ihnen zugewiesen war, hatten genau das Leben geführt, das zu führen sie bestimmt gewesen waren. Alles hatte ihnen zur freien Verfügung gestanden, über alles hatten sie herrschen dürfen (vgl. 1. Mose 1, 28). Es hatte keinen Tod, keinen Schmerz, kein Leid, keine Trauer, keine Not gegeben, nur Leben im Überfluss. Gott, der Herr, hatte ihnen Sein Meisterwerk, die Welt mit all ihren Pflanzen und Tieren, anvertraut; sie hatten die volle Verantwortung dafür übernehmen dürfen.
Überall auf der Welt erfüllt es die Menschen, wenn sie einen Bereich haben, für den sie die Verantwortung tragen. Man legt sich einen Garten an, kümmert sich um Haustiere, um Maschinen, um den eigenen Haushalt, füllt seinen Platz an der Arbeit aus, strebt nach einer Beförderung und damit nach einer Erweiterung des Verantwortungsbereiches und ähnliches mehr. Wenn man nicht durch äussere Umstände dazu gezwungen ist, beschränkt man sich nicht auf ein Minimum. Nein, der Garten muss perfekt aussehen und den optimalen Ertrag abwerfen, das Haustier muss verwöhnt werden, die Wohnung muss dekoriert und geschmückt werden, die Arbeit muss pefekt erledigt werden! Das Streben nach Perfektion ist im Menschen angelegt. Wenn man jemanden zu Höchstleistungen animieren will, muss man ihm die Verantwortung für einen bestimmten Bereich übertragen. Ein Mitarbeiter, der sich für einen Bereich verantwortlich fühlt, wird in der Regel darauf sinnen, seine Arbeit so gut als möglich zu erledigen. Wir sind dazu bestimmt, Verantwortung zu übernehmen. Dazu hat uns Gott ursprünglich in die Welt gesetzt. Selbst die Menschen, die keine Verantwortung übernehmen, sondern nur nach Macht gieren (und die Verantwortung dann an andere abschieben), geben Zeugnis davon, dass es unsere Bestimmung ist, Verantwortung zu übernehmen. Die Machtgier ist nämlich nichts anderes als eine perverse Form, über einen Verantwortungsbereich herrschen zu wollen. Leider haben wir heute allerorts Beispiele vor Augen, die zu sagen scheinen, dass das Streben nach Verantwortung etwas Schlechtes sei. Nur zu oft missbrauchen Menschen eine ihnen übertragene Verantwortung, indem sie sie zum Nachteil von anderen ausüben. So wird etwas, das ursprünglich von Gott kommt, schlecht gemacht. Wir sollen schlecht über Seine Gaben und damit letztlich auch über Ihn selbst denken. Hat Sein Widersacher, der Satan, der grosse Verleumder, nicht von Beginn weg nach diesem Schema operiert? Wie hat er Eva dazu überredet, von der verbotenen Frucht zu essen? Genau, indem er ihr weisgemacht hat, Gott wolle ihr etwas Gutes vorenthalten! Seine Dreistigkeit ist unerreicht:

4 Und die Schlange sprach zu der Frau: Ihr werdet durchaus nicht sterben, 5 sondern Gott weiss, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses.
1. Mose 3, 4. 5
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Re: Weitere Artikel von Tobias Bolt

Beitragvon BOB » 18.01.2016, 09:41

Gott hat gelogen! Ihr werdet nicht sterben! Gott will euch etwas vorenthalten! Ihr sollt blind und unwissend bleiben! Er will keine selbstverantwortliche, denkende, urteilende Gegenüber, sondern dumme Marionetten! Er hat Angst, dass ihr Ihm gleich werdet! Wollt ihr nicht auch den Durchblick haben? Wollt ihr nicht erkennen und verstehen? Wollt ihr nicht sein wie Gott? – O, wir törichten Menschen! Wie oft sind wir schon auf diese Lügen hineingefallen! Immer und immer wieder erzielt der Satan vortreffliche Erfolge mit diesen alten Lügen! Es ist beschämend. Dasselbe Spiel spielt er auch in Bezug auf die Verantwortung: Schaut um euch und seht, was es heisst, Verantwortung zu übernehmen! Verantwortung übernehmen heisst herrschen und unterdrücken! Verantwortung und Macht sind schlecht! Lest in der Bibel, wie Gott den Menschen gesagt hat, sie sollen über die Erde herrschen, und betrachtet nun, was sie der Erde alles angetan haben! Gott hat einen Fehler begangen! Natürlich wird dabei dreist unterschlagen, dass das, womit wir uns hier und heute konfrontiert sehen, eine völlig pervertierte Form der Ausübung von «Verantwortung» ist, die nichts mit dem Streben nach Verantwortung im Sinne Gottes zu tun hat. Wenn Gott alle Dinge wieder herstellen wird, wird Er zeigen, was wahre Verantwortung ist – und wir werden Ihm dankbar dafür sein. Verantwortung ist nicht etwas Überholtes, das mit dem Sündenfall jede Daseinsberechtigung verloren hätte. Nein, nur schon einige wenige Beispiele aus dem Neuen Testament zeigen, dass sich am Vorsatz Gottes nichts geändert hat:


25 Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füsse gelegt hat. 26 Als letzter Feind wird der Tod weggetan. 27 Denn «alles hat er seinen Füssen unterworfen.» Wenn er aber sagt, dass alles unterworfen sei, so ist es offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. 28 Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem sei.
1. Kor 15, 25–28


16 Denn durch ihn sind alle Dinge geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: Alle Dinge sind durch ihn und für ihn geschaffen. 17 Und er ist vor allen, und alle Dinge bestehen durch ihn. 18 Und er ist das Haupt des Leibes, der Versammlung, der der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den Vorrang habe.
Kol 1, 16–18


27 Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns nun zuteil werden? 28 Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auch ihr werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen wird, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
Mt 19, 27. 28


15 Und es geschah, als er zurückkam, nachdem er das Reich empfangen hatte, dass er diese Knechte, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen liess, um zu erfahren, was jeder erhandelt hätte. 16 Der erste aber kam herbei und sagte: Herr, dein Pfund hat zehn Pfunde hinzugewonnen. 17 Und er sprach zu ihm: Wohl, du guter Knecht! Weil du im Geringsten treu warst, so habe Gewalt über zehn Städte. 18 Und der zweite kam und sagte: Dein Pfund, Herr, hat fünf Pfunde eingebracht. 19 Er sprach aber auch zu diesem: Und du, sei über fünf Städte.
Lk 19, 15–19

Der wahre Mensch nach dem Willen Gottes, der Herr Jesus Christus, wird die Herrschaft, die der erste Mensch dem Satan übergeben hatte, wieder übernehmen und über diese Welt herrschen. Wie gut es den Menschen unter Seiner Herrschaft gehen wird, können wir beispielsweise in Jes 60 (betreffend Zion) nachlesen. Die Seinen wird Er in eine Hierarchie eingliedern; auch sie werden Herrschaft ausüben, das heisst Verantwortung über einen bestimmten Bereich übernehmen. Die Stelle in Mt 19 bedarf diesbezüglich keiner weiteren Erklärung. In Bezug auf die Stelle aus Lk 19 könnte man einwenden, dass der Herr im Gleichnis spricht und dass die Herrschaft über Städte symbolisch zu verstehen sei. Das mag sein, aber doch stellt sich die Frage, weshalb denn der Herr Jesus genau dieses Symbol verwendet. Wenn die treuen Knechte «nur» gesegnet werden sollten, weshalb verwendet Er dann nicht ein entsprechendes Bild wie an so vielen anderen Stellen auch (z. B. die Teilnahme am Hochzeitsmahl)? Wieso spricht Er dann ausgerechnet von der Herrschaft über Städte? Die Leser mögen diese Frage für sich selbst beantworten. Jedenfalls kann kein ernsthafter Zweifel daran bestehen, dass die Idee von Herrschaft und Verantwortung biblisch gesehen alles andere als überholt ist. Der Herr Jesus muss herrschen!
Liebe Grüße, BOB
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